Rügen, Mönchgut, Granitz, Göhren, Sellin, Baabe, Binz – Bestandsaufnahme zwischen Vogelgrippe und Hauptsaison

Rügen, Mönchgut, Granitz, Göhren, Sellin, Baabe, Binz
Bestandsaufnahme zwischen Vogelgrippe und Hauptsaison

Die tägliche Göhren - Kaiserstuhl Fähre Schöne Strandabschnitte fats überall - Strandkorb 4 € am Tag Boddenlandschaft bei Alt Reddevitz Der Klassiker - Die neue Seebrücke von Sellin - 21 Mio € schön

Der Vorliebe für schöne Ziele im eigenen Land folgend, trug es mich nach Rügen, genauer gesagt in die Region Mönchgut & Granitz mit Station im beschaulichen Seebad Göhren. Nach meinem ersten Besuch vor 5 Jahren dort, hat Rügen in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Entwicklung hingelegt. Zwischen Vogelpest und Investorenwahn hat sich dort eine Melange aus Bäderarchitektur und DDR-Bausünden in zwei Parallelwelten etabliert.

Bäderarchitektur-Bauwahn der letzten 10 Jahre

In den grossen Seebädern Binz, Sellin und Göhren treibt dies ungeahnte Bauboomblüten. Vor allem in und um den größten Badeort Binz scheint sich ein Appartement- und Ferienanlagen Flächenbrand auszubreiten. Zwischen Göhren und Sellin wuchert im Wald über mehrere Kilometer ein Neubau Feriendorf im Wald – steril, unkontrolliert und strandnah. Früher noch beschaulich, entwickelt sich Binz zum Massentourismus-Ferienzentrum und in Sellin kann man beim neuen Spassbad beobachten wie Plattenbauten durch genau so schlimme Bäderarchitektur-Klotze ersetzt werden. Es soll nun nicht der Verdacht aufkommen, dies alles ergäbe keine schöne Kulisse zum flanieren an den schönen Strandpromenaden, mitnichten. Optisch ist dies geradezu eine Wohltat im Vergleich zu den westdeutschen Ostseebädern wie Damp, Grömitz oder Timmendorf oder den Klinkerstein-Alpträumen auf Norderney, Langeoog oder Wangerooge. Die Strände sind feinsandig, die neuen Seebrücken und die Appartementkomplexe nach Bäderarchitektur-Stil sind hübsch anzuschauen und das Preisniveau ist angemessen. Hier wird nicht gekleckert sondern geklotzt, Rügen hat sein Gesicht am Strand und vielleicht noch in der zweiten oder dritten Reihe innerhalb der letzten 10 Jahren komplett verändert.

Ausflugsziele

Schön dass es ausserhalb der Seebäder auch noch mehr zu entdecken gibt. Wer sich lossagt von den Klassikern wie „Rasender Roland“, „Kaiserstuhl“, „Jagdschloss Granitz“ und „Kap Arkona“, findet eine wunderschön romantische Insel mit abwechslungsreichem Hinterland. Der Massenstrand-Tourismus der Küste weicht hier einer Entdeckungsreise wer sich drauf einlässt. Fahrrad oder Wanderschuhe geschnappt und los geht’s. Eine Wanderung von Gager mit seinem intakten Fischerhafen ins romantische Inseldorf Groß Zicker um die Halbinsel der Zickerschen Alpen herum, an der Kante der Steilküste, Rüge oder Cornwell, hier weis man es nicht genau – Das Erlebnis der Ruderfähre in Moritzdorf – Eine wohltuende Einkehr im kleinen Bodencafe in Alt Reddewitz – Der Sonnenuntergang und das Essen natürlich, im Panoramahotel in Lohme.

Abgesoffen bei Seedorf Architektonisches Kleinod - ehemalige Rettungsstation am Strand von Binz Die Fischer von Gager Vorzügliche Küche und fantastische Aussicht im Panorama Silence Hotel in Lohme

Auch Hitlers in Stein gehauenes Ferienparadies „Prora“ lohnt einen Ausflug mit seiner aktiven Museenlandschaft. So aktiv dass es wieder Knaatsch gibt – Ein Wessi macht Stunk und will den Museen den Gar aus machen und gerade dort ein Hotel einbauen lassen und nicht auf den 4 Km anderen Gebäudeteilen.

Prora bei Binz- Hitlers Ferienwahnsinn auf 4,5 KM Länge Deutsch-Brasilianische Freundschaft am Strand von Binz inkl. Thüringer Bratwurst Touristischer Bimmelbahn-Bahnhof am Jagdschloss Granitz

Rügen bietet einem noch die Überraschungen, die ich im Urlaub so gerne entdecke – was sehe ich im nächsten Dorf, wie ist die Aussicht hinter dem nächsten Hügel oder welche kleine Privatinitiative lohnt einen Einblick, egal ob Cafe, Töpferei, Bio-Laden oder Galerie. Lebendige Geschichte oder Minimalst-Komfort-Erholung bieten noch einige DDR-Anlagen, mit ihrem unverwechselbaren Ost-Charme :-) Auch lassen sich noch zahlreiche Bauruinen für mutige Investoren inspizieren, die nach der ersten Bauphase vor 15 Jahren inzwischen halbverfallen vor sich hin rotten.

Nur Mut: Investieren lohnt (bestimmt, vielleicht...) Feriencharme a la DDR Kulinarische Auswahl im Zentrum von Göhren

Wer dies alles kombiniert kann einen herrlich entspannenden Kurzurlaub (bis eine Woche würde ich sagen) verbringen, kann an langen Stränden spazieren gehen und muss nicht gleich einen Kredit aufnehmen, wenn die Familie mal zum Essen geht. Mit dem kurzen Weg von Hamburg oder Berlin ein garantiert 1A Kurzurlaubsziel, es sei denn man fährt noch einmal 50 KM weiter und besucht Usedom, aber davon ein anderes Mal.

Unterkunft

Ein Nachtrag noch zu Göhren selber: Untergekommen sind wir im noblen 4.5 Sterne Hotel Hanseatic. Nett aber nicht umwerfend. Abstrus fand ich die Tatsache dass man in einem Hotel dieser Kategorie, welches an drei Seiten zur Ostsee liegt, denn Seeblick mit 10 € im DZ extra bezahlen muss. Ganz nett und modern fand ich das Cafe Übersee an der neuen Bernsteinpromenade und lecker Fisch gegessen haben wir in der gemütlichen Fischerklause mit nur 4 Tischen.

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