Ostfriesische Insel Wangerooge
Ostfriesische Insel Wangerooge
Wangerooge „Erholung ist eine Insel“ animiert uns das Prospekt diesmal eine weitere ostfriesische Insel anzusteuern. Nachdem wir in den letzten Jahren bereits die ostfriesischen Inseln Juist, Norderney, Spiekeroog und Langeoog bereist haben, stand dieses Jahr Wangerooge in unserer Zieloptik. Ein Kurzfazit: Bequeme und schnelle An und Abreise, geiler Strand sofort am Ort, seeehrrr ruhige Insel für Junggebliebene unter Wegfall sämtlicher Freizeitangebote für Leute zwischen 20 und 60 sowie eine absolut charmebefreite Architektur haben die Insel fest im Würgegriff.
Tolle Anreise mit dem Flieger
Um dem mittlerweile bekannten sonntagnachmittaglichen Fährkollaps zu entgehen, wenn sich die halbe Insel nach einem schönen Nebensaison-Wochenende auf den Heimweg macht und die Fähre nur noch Stehplätze bietet, haben wir die An- und Abreise nach Wangerooge mit dem Flieger organisiert. Die „Inselflieger“ machen das gut und kompetent ab Carolinensiel. 5 Min. aufregender Flug ohne Wartezeit statt 2 Std. Fähr- und Bahnzeit, für nur rund 10 € mehr pro Strecke als auf der Fähre. Der Beginn war also vielversprechend.
Architektur: Schlimmer geht’s nimmer
Die Insel Wangerooge begrüsst uns mit der bekannten architektonischen Klinkersteinlangeweile die entlang der breit betonierten und arg schmucklosen Strandpromenade einer Appartement-Klotz-Reihe weicht. Das Zentrum des ganzen, sowohl von Wasserseite, als auch das Ende der kurzen Fussgängerzone, ist das „Cafe Pudding“ ein Kreisrundes Gastronomisches Urgestein, was seine besten Jahren lange hinter sich hat und seeseitig keine Terrassenplätze anbietet, sondern nur Richtung Appartement-Hauswand. Den Abschluss bildet ein Waschbetonungeheuer namens Kurzentrum, mit Wellness-Point (?), Kursaal und einer unsäglichen Discothek. Sorry Wangerooge, aber deine Bebauung ist mit das schrecklichste was die ostfriesischen Inseln zu bieten haben, jetzt erst wird mir bewusst welche Schwierigkeiten die Leute des Verkehrsvereins Wangerooge e.V. bei der Auswahl der Katalogbilder gehabt haben.
Wangerooge am Strand bei Sonne:
Zum Glück schien an diesem Wochenende die Sonne aus vollen Zügen und Wangerooge konnte uns sein schönstes Strandgesicht zeigen. Das ist wirklich ein Pfund, mit dem die Nordseeinseln wuchern können (vielleicht mit Ausnahme von Norderney): Strand satt! Viel Platz für Fussball, Frisbee, Kubb und Co. Das hat die Ostsee nicht! Das Wasser natürlich Nordsee-Frisch, aber die vielen grossen Pfützen die sich bei Ebbe bilden sind die besten Abenteuerspielplätze für die Kleinsten. Bei Flut ist das Wasser angenehm flach abfallend, dass auch die Kleinen gut baden können. Natürlich ist der riesige Strand voller Strandkörbe, mit viel Platz für Decken-Lieger. So können Tage vergehen, was Leute hier bei Regen machen ist mir ein Rätsel.
Gastronomie:
Am Strand wie immer Fehlanzeige. Wassereis und Cappucino aus der Tüte bilden die Highlights. Also weg vom Strand in die oberhalb gelegene Fussgängerzone. Neben Currywurst und anderen Fastfood-Lowlights die man bei 30 Grad gerne zu sich nimmt, stimmen Crepes, Eisdiele, Coffee-Shop und Bäckerei einigermassen gnädig. Das Preisniveau ist entspannt. Abendliche Gastronomie-Highlights werden da schon seltener. Das Fischrestaurant Kruse wurde empfohlen, aber an einem lauen Sommerabend auf Aussen-Gastromie zu verzichten, verzagt uns dieses Vergnügen. Dagegen bietet ein kleiner Fischbudenableger gleich nebenan den leckersten Backfisch der mir je unterkam – alles frisch gemacht.
Abendunterhaltung auf Wangerooge
Das wird nun ganz schwer, da Wangerooge keine Insel für das Publikum zwischen 20 und 50 ist. Die wenigen Verirrten treffen sich irgendwann in Cafe Treibsand. Hätte in jeder anderen Stadt schon längst dicht gemacht aber auf der Insel konkurrenzlos. Wer den mühelosen Absprung dort schafft hat die Wahl zwischen einer Flasche Bier und/oder Wein am Strand im Strandkorb oder überwindet sich in die Disco Lucky zu gehen. Platziert am Ende der Strandpromenade im ersten Stock eines Waschbeton-Bunkers, kann man die Lichter der Schiffe am Horizont durch die noch nie geputzten Scheiben nur erahnen. Glück hat, wer bis ans Fenster kommt, denn wahrscheinlich wurde der Boden auch noch nie gewischt, was die Fortbewegung zu einem Moonwalk-Akt werden lässt. Schnell den Pflichtverzehr runter kippen und raus! So sollte kein Wangerooge Urlaub ohne ordentliche Spielesammlung, einem Stapel guter Bücher oder Fernseher gebucht werden, um 20:00 schliesst die Insel.
Unterkunft:
Jedes Haus ist ein Appartement-Haus, Ferienwohnung oder ähnlich. Wir sind untergekommen im Haus Windjammer. Einfach, sauber, strandnah, eine sehr nette Gastgeberin und obendrein ausgesprochen preiswert. Die breite Masse der Unterkünfte besteht ansonsten aus Ferienwohnungen. Wenn möglich eine mit Meerblick auswählen, dann bleibt dem Gast die Appartement-Klotz Ansicht von aussen erspart.
Aktiv auf Wangerooge:
Einen halben Tag kann eine Radfahrt unterhalten. Räder sind schnell und günstig auf der Insel geliehen. Einen Abstecher zum Hafen, zum Westturm, am Deich entlang zum Flughafen und wieder zurück, geschätzte 20 Km mit Pausenmöglichkeit im sehr mässigen Café Neudeich. Das obligatorisch relaunchte 70er Jahre Hallenbad bietet Planchmöglichkeiten mit Aussenpool-Anschluss.
Wangerooge: Für wen geeignet?
Paare mit Klein-Kindern ohne eigenen Unterhaltungsanspruch auf der Suche nach einem Spiel-Strand für die Kleinsten 70 plus
Tuesday, 20. June 2006 at 15:48
sehr gute und treffende Beschreibung
Tuesday, 20. June 2006 at 22:24
Auf alle Fälle ein Geheimtip sind die Backfischbrötchen zur Happy Hour (17-18 Uhr) in der Elisabeth-Anna-Str.
Und mit viel Super-Soccer kann man sich die Insel verdammt schön trinken zur WM.
Wednesday, 21. June 2006 at 13:12
Junge, Junge,
das hört sich ja nicht gerade wie ein Highlight der Inseltour-History an. Aber Till scheint das richtige Konzept ja gefunden zu haben!
Und das Wetter lässt doch auch den hässlichsten Waschbeton wie eine schmucke Gründerzeitvilla erscheinen, oder?
Tuesday, 27. June 2006 at 16:38
Nette und interessante Seite, aber etwas mehr könnte hier schon los sein…
Du könntst doch zum Bespiel mal über deine Reise im schönen Schwarzwald berichten?!
Thursday, 11. October 2007 at 21:49
So sehr hat die Insel sich also seit 1976 verändert?
War das da noch schön jeden abend Party und alles junges Volk waren wir einen Sommer lang.
Na ja kann ja sein das diesen nur wir die Angestellten auf der Insel erleben durften.
Ich kann mich nur erinnern das ich manchmal vom Feiern direkt zur Arbeit ging.
liebe Grüße von Gabriele
Sunday, 8. June 2008 at 15:53
Ich finde Deine Infos zu Wangerooge sehr gut. Dein Blog hilft bei jeder
Urlaubsplanung.
Gruss
Ingo
http://brodten.de
Wednesday, 11. June 2008 at 15:49
ich muss sagen, ziemlich hart, was da geschrieben wurde, aber das ist ja auch schon eine weile her, ich bin gern auf wangerooge …
ja, ich gebe zu, eine disco fehlt hier aber das kann ich verkraften … ich setz mich abends gern mal in den pudding und schau aufs meer , dann gehts mit meinen mädels an den strand – mucke haben wir dabei und tanzen am strand ist sowieso besser als in einem verqualmten zappelschuppen :)
tja, schade, dass der verfasser des obigen beitrages es wohl nur geschafft hat über die zedeliusstraße zu laufen , ihm sind so einige schöne bauten in den nebenstraßen entgangen , aber auch ein spaziergang in den osten lohnt sich … denn dort lässt es sich super vom alltagsstress erholen oder im westen auf dem deckwerk zu sitzen und die seehunde zu beobachten, die dort öfter mal aus dem wasser schauen ist auch schon ein tolles erlebniss!
der verfasser des obigen berichtes hätte sich ja gerne mal auf die strandseite vom pudding setzen können aber lange hält das dort keiner aus – zu windig!!!
ich sitze viel lieber auf der terasse und beobachte die leute die dort vorbei marschieren.
wenn ich aufs meer sehen möchte setz ich mich an den strand….
Tuesday, 21. October 2008 at 19:18
Es ist immer sehr schwierig die Wünsche und Geschmäcker zu treffen. So gibt es mal positive und mal negative Resonaz. Wer Ruhe und Entspannung sucht, es touristisch lieber etwas unerschlossen mag, den lade ich herzlich ein sich im Ostseebad Nienhagen umzuschauen.
Wednesday, 10. February 2010 at 17:59
Das hebt sich recht positiv von anderen Blogs ab
Thursday, 22. July 2010 at 06:51
Moin,
was macht eine Insel attraktiv? Ich denke, dass es auch Inseln geben sollte, die nicht Richtung Ballermann-Image, wie Norderney, gehen.
Wangerooge ist klein, aber sehr herzlich. Vor allem kann man dort den Tag ganz ruhig genießen. Es gibt ein Veranstaltungsprogramm, welches für jeden etwas bietet. Von der üblichen Wattwanderung über Musical bis Persönlichkeitsbildung. Ich war in einer Pension, da gab es Frühstück erst ab 8.30 Uhr, also war man “gezwungen” auszuschlafen. Den Tag über an den nahen Strand, schauen, wann Badezeit ist, im Strandkorb Zeitung lesen, mit befreundeten Personen am Strand Beachvolleyball spielen, gut essen (empfehlenswert die neue Friesenstube).
Wangerooge bietet sich an für Urlauber, die abschalten, etwas für sich tun und dabei völlig ungezwungen sein möchten. Zudem kommen Kinder voll auf ihre Kosten.