Ostfriesische Insel Juist

Ostfriesische Insel Juist, ein kurzer Wochenendbericht

Juist ist eine der schönsten ostfriesischen Inseln. Sie ist mit 16 Km sehr lang, aber nicht unbedingt breit. Das hat den enormen Vorteil, dass der Weg zum Strand nirgends sehr weit ist, wie es z. B. auf Spiekeroog, Amrum oder Langeoog der Fall sein kann. Juist ist, wie auf fast allen Inseln, von rotem Backstein im Einheitsbaustil geprägt, was die Insel nicht unbedingt hübsch macht. Dennoch hat die autofreie Insel sich einen gewissen Charme bewahrt. Alles ist sehr zentral, Einkaufsmöglichkeiten genügend vorhanden.

Strandleben volle Tour zurück - Sonntag Nachmittag mit Fährchaos Vor dem Deich ist hinter dem Deich Kabine Nr. 4 - eindeutig

Strandleben

Der Strand ist der eigentliche Pluspunkt der Insel Juist. Sehr breit und bei Ebbe mit viel Platz zum Kicken und Drachensteigen. Desweiteren ist er auf der kompletten Küstenseite begehbar, was stundenlange Spaziergänge und Strandjogging zu den Hauptaktivitäten der Insel macht. Das Wasser fällt flach ab und ist auch für kleine Kinder geeignet, gerade wenn sich bei Ebbe grosse und kleine Pfützen bilden. Die obligatorischen Strandkörbe sind praktisch bei starkem Wind, und obwohl nicht gerade günstig, auf jeden Fall der optischen Strandverschmutzung in Form von Strandmuscheln vorzuziehen.

Toller Strand auf Juist in der Ferne sieht man das verbaute Norderney Strandwacht auf Juist

Ativitäten, Kulinarisches

Wie auf fast allen anderen ostfriesischen Inseln auch, gibt es auf Juist kaum Gelegenheit nach der Strandaktivität in angenehmer Umgebung einen Milchkaffee oder ein Bier zu geniessen. Einzig das Strandcafe bildet eine Ausnahme. Was in jedem kleinen Küstenort und an jedem Strand unser netten holländischen Nachbarn „gang und gäbe“ ist, scheint auf ostfriesischen Inseln verboten zu sein, warum kann allerdings keiner beantworten. Nette gemütliche Cafes mit Leseecke für Regentage, lauschige Bars mit Chill Out Musik oder ein Imbiss mit Salaten und frisch gepressten Säften suchen wir vergebens. Stattdessen Fettgebackens, „draussen nur Kännchen“ und Plastikmusik. Wie soll Juist neue Zielgruppen ansprechen, wenn Ansprüche von Gästen unter 60 komplett ignoriert werden? Es hat den Anschein, dass Juist noch in den 70ern lebt, dass kann auch der nett gestaltete Inselkatalog nicht leugnen.Was dennoch niemand verpassen sollte ist eine Radfahrt. Zahllose Fahrradverleiher bieten für wenig Geld robuste Hollandräder an. In 4 Stunden hat man die Insel gemütlich mit Pause per Rad entdeckt

Und was geht abends?

Zur Abendgestaltung orientiert man sich im kleinen Örtchen schnell. Die Kneipe „Köbes“ mit Kölsch und guter Hausmannskost ist der Fixpunkt. Hier ist es immer voll und wer bis 22:00 den Zustand mit der Kneipe teilt, kann sogar Spass haben, wenn die Köln-orientierte Party- und Animiermusik auf Lautstärke gedreht wird. Dabei wird auch gerne auf den Tischen getanzt. Später gibt es in Standnähe noch die typische Inseldisco die ein Besuch kaum lohnt, aber nach Mitternacht die einzige Alternative ist. Die beiden Bars links und rechts der Disco sind einen Absacker wert. Alle anderen Kneipen können getrost vergessen werden, es sei denn ihr vergesst alles was ihr bisher an gepflegter Kneipengemütlichkeit gelernt habt. Zahlreiche Restaurants warten auch noch auf Gäste, die ich leider nicht alle ausprobieren konnte.

Tanz und Vergnügen auf Juist - eher mittelmässigStrand-Gastronomie auf Juist

Unterkünfte?

Gibt’s genug, nur eben nicht zur Hauptsaison – und auch nicht zur Nebensaison. Da wird einem gerne das 4 Mann Wochenend-Appartement für 500 € angeboten („die ganze Woche müssen Sie aber schon bezahlen“). Alles was nicht 2 Wochen bleibt, hat ein Übernachtungsproblem. Da hilft auch frühzeitiges Buchen nicht, es könnte ja immer noch jemand kommen der die ganze Woche mieten möchte. Die Gästezimmer Suche im Internet hilft nicht wirklich weiter und die Touristinfo scheint bemüht aber machtlos. Mein Rat: sehr kurzfristige Mail- oder Telefonanfragen, dann bekommt man meist auch was fürs Wochende, wobei Juist sich gegenüber Wochenendpassagieren sehr widerspenstig zeigte. Manche Vermieter raunzen einen immer noch dabei an als ob man Flugzeugattentäter wär. Vor Ort wurden dann doch noch einige „Zimmer frei“ Schilder gesichtet. Anreise:Es sollte noch erwähnt werden, dass die Fernzüge 20 Meter vor Fähre in Norddeich/Mole halten. 90 amüsante Fährminuten, verpasst der, der ab Norden den Flieger nimmt und in 10 Minuten auf die Insel hüpft.

Eine fröhliche Fährfahrt bei 33 Grad und Sonne Ankommen auf der Insel der kurzen Wege

Für wen geeignet?

Strandfetischisten
Alle die ruhige Ferein verbringen wollen

Den Beitrag Kommentieren