Oktoberfest in München oder „Kölner Karneval meets Musikantenstadl

München zum Oktoberfest, ein Erfahrungs-, Sauf- und Leidensbericht

ein Prosit – ein ProooooOOOOooooosit der Gemüüüüühhtlichkeit

eeeyyy baby, i wanna know if you be my girl
Ok, ich könnt jetzt noch 230 weitere “best of Oktoberfest” zum Besten geben. Ich erspare es euch, mir blieb es allerdings nicht erspart. Zum ersten Mal in diesem Jahr auf dem Oktoberfest. Von RTL II & Co vorgewarnt, wusste ich dass mir mit hoher Wahrscheinlichkeit jemand auf mein Jankerl kotzt, während ich literweise Bier kaufe (Preis eigentlich OK für ein Liter) und ein übermütiger Don Carlos meine Braut ausspannt um nach Protest eins auf die Mütze zu bekommen, ich war also vorgewarnt.

Die grosseb Zelte machen schon was her Im Zelt herscht Dresscode! Dirndl und Jankerl Münchener Oktoberfest - kein entrinnen mehr

Mit kleinen Tricks in das eigentlich schon geschlossene und überfüllte Zelt gekommen (Schottenhammel, sehr zu empfehlen, Publikum zwischen 18 und 40), ist die Geräuschkulisse überwältigend. 10.000 Kehlen stimmen, eingeheizt von der Band schreckliche Lieder an, egal. Sitzplatz gefunden (ohne bekommt man kein Bier!). Das erste Maß kommt heran. Die Preise sind respektvoll aber eigentlich nicht zu teuer für diese Menge. Den zweiten Humpen schnell hinterher – die Lieder scheinen melodischer zu werden und ein erstes Summen setzt ein. Niemand der meine RTL II Alpträume wahr werden lässt – im Gegenteil. Schnupftabak hier, eine kleine gesäuselte Lebensgeschichte hier. Das vierte Bier (der vierte Liter!!) braucht ein Weilchen – die Musik ist inzwischen „suuubpper“ . Riesen-Brezel und Dampfnudel dämpfen den Heisshunger und schmieren die durchtränkten Schleimhäute. Wer bajuwarische Trachten mag ist hier im Paradies. Alle haben sie an, bis auf die Amis, Australier und Italiener, die sich lieber Fassbier- oder Deppenmützen als Verkleidung aufsetzen. Zahlreiche Toilettengänge ohne Drängeln und Warten, ohne Alkoholleichen und Prügeleien erleichterten meine Penälerblase.

Schnupftabak gehört dazu betrunkene dekorieren - ein grosser Spass im Zelt 10.000 Leute in einem Zelt, dafür gings eigentlich

Die Zelte machen alle gegen 22:30 dicht, ich glaube das ist auch gut so, da nach 6-7 Stunden Wiesn-Zelt der Kopf mächtig brummt, und die Taschen ziemlich leer sind. Insgesamt aber ein grosser Spass und sehr zu empfehlen, auch für diejenigen die weder für den FC Bayern schreien noch Weisswürste zutzeln können. Nicht so trashig wie rheinischer Karneval und kultivierter als jeder Aprés Ski. Auch wenn ich nicht jedes Jahr hin muss, mein letzter Besuch war dies nicht.Gut angeschlagen im Anschluss ein paar Karussels und Spassbuden besucht. Wer aus den Zelten fällt ist fette Beute für die Champions League der Fahrgeschäfte. Nach 6 Maaß (6 Liter!) Bier ist einem zumindest die inzwischen abgmagerte Börse egal.

lassen Sie die 6 Liter mal hier stehen junge Frau Die Band kann wirklich alles spielen - von Münchener Frühstück

Tipps:

Am Wochenende werden die Zelte wegen Überfüllung relativ früh geschlossen. Schon Vormittags bis 11:00 hingehen!! Wer nicht mitfeieren möchte sollte zu Hause bleiben. Bier trinken, bereits sehr früh am Tag, aus Liter-Krügen ist die Hauptbeschäftigung im Zelt, das solltet ihr drauf haben. Ihr kommt euch nicht verloren vor, wenn ihr in Tracht hingeht. Wer keine hat fällt auf, da definitiv in der Minderzahl. Eine kleine Lektion „Beste Freunde finden bei 2,0 Promille“ vorab kann nicht schaden und zuletzt sollte auf jeden Fall noch einen Bummel über die Wiesn angehangen werden. Klasse Fahrgeschäfte!!

Für wen geeignet?

-Alle die 2 Kg Krug Biere halten können und schon mal Karneval gefeiert haben
-Freunde von Trachten, schlechter Musik und guter Laune
-Leute die es bislang nicht für möglich gehalten haben das ganze zu geniessen – traut euch!

Ein Kommentar zu “Oktoberfest in München oder „Kölner Karneval meets Musikantenstadl”

  1. Chrissy meint:

    Da Wiesen sind wieder und ich habe keinen Urlaub bekomm. Des is doch net fair. Naja freut man sich umso mehr aufs nächste Jahr ;).

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