Süd-Bretagne, Region Morbihan, Le Pouldu, Lorient, Quimperlé, Pont-Aven, Concarneau & Quiberon
Süd-Bretagne, Region Morbihan, Le Pouldu, Lorient, Quimperlé, Pont-Aven, Concarneau & Quiberon
Die Bretagne ist ein richtig schönes Fleckchen Erde! Über die Süd-Bretagne möchte ich ein wenig mehr schwärmen. Abseits vom Massentourismus und doch touristisch erschlossen, kleine Dörfer in einem Gleichgewicht von Tourismus und bretonischer Lebensart, schöne Strände, spektakuläre Buchten, romantische Flussmündungen, einheimische Feste und das Wetter kann sich auch von seiner besten Seite zeigen wenn man Glück hat.
Anfangen möchte ich in Le Pouldu (www.cloharscarnoet.com), rund 25 Km westlich von Lorient), einem kleinen nicht sehr spannenden Touristendörfchen mit einigen Campingplätzen, Möglichkeiten das nötigste einzukaufen und leckere Crepes zu essen – nicht das romantischste Fleckchen aber ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung der Umgebung. Grosse, schöne und kleinkinderfreundliche Strandbuchten beschäftigen einen am Tag, zwischen den Felsen findet man leicht einen Schattenplatz, während die kleinen den zahlreichen kleinen Krebsen und anderem Getier mit Ihren Käschern den Gar aus machen.
Der Vormittag, Nachmittag oder Abend, je nach Wetter und Hitze, lädt zu Ausflügen ein. Im nahen Quimperlé wird eingekauft. Ein schöner Wochenmarkt in der Oberstadt und eine kleine Fischmarkthalle im unteren Bereich.
Ein sicherlich lohnender Ausflug geht ins malerische Pont Aven (www.pontaven.com), das durch den Maler Gauguin, der Ende des letzten Jahrhunderts hier lebte, zu kleinem Ruhm kam. Über 60 Galerien befriedigen vielfältige Kunstgeschmäcker und laden zum Bummeln ein. Auch für „Nicht-Kunst-Profis“ wie mich ein Genuss, da es hier ein wenig lockerer und sehr viel persönlicher zugeht als in der hippen Künstelerszene in Köln oder Berlin. Ein Plausch mit den Künstlern ist überall gerne willkommen.
Concarneau mit der „geschlossenen“ Stadt hat ein wenig sehr enttäuscht. Ein grosser industrieller Fischereihafen umzingelt die Touristenattraktion, eine Art touristisch vergewaltigter Altstadt auf einer Halbinsel mit nur einer Zugangsmöglichkeit. Drinnen reihen sich Souvenir-Shops und Restaurants aneinander. Hatte mich ein wenig an das ebenso touristischvergewaltigte goldene Gässchen in der Prager Burg erinnert.
Das Hinterland der Küste ist leicht hügelig, voller Wälder, Apfelwiesen und gemütlicher Dörfchen. Renn-Radfahrer sind hier gut aufgehoben und auch Mountainbiketouren machen Spass. Immer wieder münden kleine Flüsschen in den Atlantik und werden dabei mehrere hundert Meter breit. Überall dort ist dann Platz für kleine Cafés, Restaurants und Crèperien, z.B. am Port du Pouldu und als wirklicher Geheimtipp Doelan (Auberge de la Pigouliere) einige Kilometer weiter. Im Sommer veranstalten viele Orte Feste, die keiner verpassen sollte, der gerne das landestypische liebt – Cidre, Crepes, Muscheln, Wein, Gegrilltes und die allgegenwärtigen Pommes für wenig Geld.
Das quirlige Quiberon rund 70 Km weiter und zentraler Touristenknotenpnkt mit grosser Strandpromenade ist der Ort zum abendlichen sehen und gesehen werden. Als Urlaubsort weniger geeignet aber lohnenswert für einen Ausflug, insbesondere für Fans von noch warmen Caramel-Lollis und Eisdielen mit einer Auswahl von 150 Sorten.
Zur Unterkunftssuche empfehle ich direkt mit den Gastgebern in Kontakt zu treten, am besten über die Internetseiten der Orte. Die vielen Vermittler von Häusern liegen preislich 20-50% über den Preisen vor Ort. Allerdings hat Frankreich noch grosse Probleme mit dem Internet. Gute, informative, lokale findbare Websites sind selten und der Suchende sollte viel Geduld mitbringen. Für jeden dem das zu viel Arbeit ist, sollte auf die professionellen Vermittler zurückgreifen.
Fazit: Bretagne lohnt sich, wer einen ruhigen, natürlichen Urlaub machen möchte, dabei auf Massentourismus, überfüllte Strände, Fast-Food und deutsche Nachbarn gerne verzichtet (fast ausschliesslich französische Touristen). Geboten werden tolle Strände in spannenden Naturbuchten, natürliche Örtchen eine entzückende Hinterlandschaft und mit Glück auch hochsommerliches Wetter.
Wer etwas mehr erleben möchte, Strandunterhaltung und Ausgehmöglichkeiten am Abend sucht, sollte weiter nach Südfrankreich fahren